Sätze bauen, neue Wörter lernen oder über das Wochenende sprechen, natürlich ohne dabei den Spaß zu kurz kommen zu lassen. Darum geht es bei den Treffen von Mentor Jannik und seiner Mentee Daria, die seit rund zwei Monaten gemeinsam Deutsch lernen. Hier erfährst du, wie eine Patenschaft bei den PerspektivPaten ablaufen kann und wie sich das für beide Seiten anfühlt.

Hi zusammen, ich bin Jannik, 24 Jahre alt, Student und vor einiger Zeit über einen guten Freund Mitglied bei den PerspektivPaten geworden. Kurz darauf ging eine Patenschaftsanfrage ein, die gut zu meiner aktuellen Situation gepasst hat, und so bin ich nun seit etwa zwei Monaten Pate meiner 17-jährigen Mentee Daria. Sie musste vor einigen Jahren aus ihrer Heimat Syrien fliehen und lebt seitdem hier in Flensburg.
Eine der für sie größten Hürden im Alltag und in der Schule ist die Sprache, weshalb wir uns als zentrales Ziel gesetzt haben, ihre Deutschkenntnisse zu verbessern und ihr insbesondere beim Sprechen mehr Sicherheit zu geben. Gleichzeitig gestalten wir die Patenschaft recht flexibel und befassen uns auch mit anderen Dingen, die bei ihr gerade anstehen, z.B. Bewerbungen für Praktika oder einen Minijob.

Kern unserer Patenschaft sind regelmäßige Treffen, die zwei- bis dreimal pro Woche für jeweils etwa zwei Stunden bei Daria zu Hause stattfinden. Für uns passt dieser verhältnismäßig hohe zeitliche Aufwand aktuell gut, jedes Mentor-Mentee-Paar kann das jedoch individuell gestalten (Richtwert: ca. 1-2 Stunden pro Woche).
Unsere Treffen beginnen mit einem lockeren Gespräch zum Warmwerden. Danach schauen wir, was bei ihr in der Schule ansteht, und gehen offene Fragen aus dem Unterricht durch. Den Rest der Zeit üben wir durch spielerische Aufgaben und kleine Arbeitsblätter gezielt einzelne Bereiche der deutschen Sprache oder behandeln gesonderte Themen, die ihr auf dem Herzen liegen. Im Gegenzug lerne auch ich jede Stunde drei Wörter auf Türkisch.
Damit unsere Lerneinheiten stets spannend bleiben und zu Darias Bedürfnissen passen, gibt sie mir zudem regelmäßig Feedback dazu, was ihr in den letzten Wochen gut gefallen hat und was wir noch besser machen können. Darüber hinaus durfte ich auf Einladung einer Lehrerin bereits einmal für einen Tag im Schulunterricht dabei sein und konnte einen Eindruck bekommen, wie dort gelernt wird.

Unser bisher größter Meilenstein ist nicht eine bessere Grammatik oder Rechtschreibung, sondern mehr Selbstsicherheit. Daria traut sich deutlich mehr, im Alltag und in der Schule Deutsch zu sprechen, und hat weniger Angst davor, dass dabei auch mal ein Fehler passiert. Das liegt weniger an der Menge der absolvierten Übungen als an dem, was unsere 1:1-Patenschaft ermöglicht. Wir können konzentriert und in einem individuellen Tempo lernen, und sie erlebt, dass sich jemand verlässlich Zeit für sie nimmt. Dabei entstehen viele kleine Erfolgserlebnisse, die Schritt für Schritt ihr Selbstvertrauen und ihre Lernmotivation stärken.
Natürlich steigt dabei auch ihr Sprachniveau. Ihre Aussprache ist sicherer geworden, gehörte Wörter schreibt sie immer häufiger richtig auf und ganze Sätze bildet sie zunehmend mit korrekter Satzstellung. Sie hat ihren Wortschatz erweitert und versteht Grammatikthemen aus dem Unterricht besser, weil wir sie in Ruhe nachbesprechen. Manches hat Daria außerdem ganz allein geschafft. Ihren Praktikumsplatz hat sie sich selbst organisiert und dafür bei vielen Betrieben persönlich nachgefragt.
„Am Anfang war es für mich etwas ungewohnt, aber ich habe schnell gemerkt, dass man gar keine Angst haben muss. Jannik ist nicht dafür da, mich zu bewerten, sondern mir zu helfen. Mit ihm kann ich gut Deutsch lernen und es macht sogar ziemlich viel Spaß. Besonders toll ist, dass er sich Zeit nur für mich nimmt. Wenn ich etwas nicht verstehe, sage ich das, und er erklärt es noch einmal ganz in Ruhe, bis ich es verstanden habe. Wir üben das, was ich gerade brauche, für die Schule und für den Alltag. Ich traue mich jetzt mehr zu sprechen, auch wenn ich Fehler mache. Ich würde es auf jeden Fall wieder machen.”
„Ich glaube, es wird stark unterschätzt, welch großen positiven Einfluss man als Mentor auf das Leben eines jungen Menschen haben kann. Dabei sind Engagement und ein echtes Interesse am Gegenüber viel wichtiger als irgendwelche fachlichen Vorkenntnisse. Denn neben den inhaltlichen Learnings erfahren die Mentees durch die 1:1-Patenschaft eine ganz persönliche Wertschätzung, die ihnen Mut macht und das unheimlich wichtige Selbstvertrauen stärkt. Im Gegenzug bekommt man unglaublich viel zurück: die Freude über gemeinsame Fortschritte, Einblicke in andere Kulturen und Perspektiven sowie echte Dankbarkeit, die bis hin zum Abendessen mit der Familie reichen kann."
Egal, ob du dich für eine Teilnahme als Mentee oder Mentor:in interessierst:
Schreib uns einfach, auch wenn du erstmal nur Fragen hast! Wir finden gerne zusammen eine Lösung, die zu dir passt!
Verein: info@perspektivpaten.de
Mentor Jannik: ja.steiner@outlook.com
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